Über mich und meine Hunde

Mein Name ist Magdalene Windhäuser und ich bin Jahrgang 1967. Vor einigen Jahren habe ich mir den Wunsch eines eigenen Hundes erfüllt. Über die Jahre habe ich mich kontinuierlich weitergebildet zu vielen Themen rund um den Hund. 2015 absolvierte ich die Prüfung zum Hundefachmann/frau an der Kölner Hunde-Akademie. Seitdem bin ich auch sachkundig nach §11 Tierschutzgesetz Abs. 1, 3 und 8a.

Meine bereits verstorbenen Hunde Sassa und Bouba haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Sie haben mich aufgrund ihrer unterschiedlichen und teilweise schwierigen Charaktere neugierig gemacht immer mehr zum Thema Hund zu erfahren. Sie haben meine Leidenschaft rund um den Hund geweckt und diese Leidenschaft und Liebe ist bis heute geblieben. Ältere Hunde aus dem Tierschutz liegen mir ganz besonders am Herzen. 


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Ich wollte den Hintergrund und die Ursachen für die Verhaltensweisen meiner Hunde verstehen. Warum zeigen sie ein bestimmtes Benehmen, was ist die Ursache für ihre Aggression oder Angst, warum sind Hundebegegnungen meist so kompliziert, warum ist mein Hund so nervös, warum kann mein Hund nicht allein bleiben, was kann ich tun, damit es meinem Hund gesundheitlich gut/besser geht, usw. Ich habe sehr vieles hinterfragt, nach der Ursache geforscht, um letztendlich eine Lösung zu finden, wie ich meine Hunde besser verstehe und den Beiden ein erfülltes und zufriedenes Leben ermöglichen konnte. Beide haben mich gefordert und gefördert. Jeder für sich war was ganz Besonderes und hat ein Stück dazu beigetragen, dass ich heute selbständig im Hundebereich bin.

Eine Menge Fachliteratur habe ich neugierig verschlungen, Fortbildungen besucht, Trainingsstunden mit diversen Trainern absolviert und mich kontinuierlich weitergebildet. Das Ergebnis können Sie einsehen unter der Rubrik Qualifikationen. Einige Zeit war ich ehrenamtlich in der Vermittlung von Retriever und Freunde e.V. tätig. Eine spannende Zeit! Bis heute mache ich auf Anfrage des Vereins Einschätzungen von Hunden, die in den Verein aufgenommen werden sollen, Vorkontrollen für Interessenten oder die Nachkontrolle von Hunden nach der Vermittlung.


Es hat mich glücklich und zufrieden gemacht zu sehen, wie meine Hunde nach und nach besser mit und in ihrem Leben zurecht kamen. Beide haben in der Zeit bei mir sehr viel gelernt, es hat sich vieles verbessert und wir hatten eine großartige, gemeinsame Zeit. Selbst durch die vielen Krankheiten meiner Hunde habe ich dazugelernt, konnte viel dadurch verstehen lernen. Und dann war es nur noch eine Frage der Zeit, wann ich den Schritt in die Selbständigkeit wage. 


Meine Hunde - Sassa und Bouba

Es ist mir ein Bedürfnis, im Andenken an meine verstorbenen Lieblinge Sassa und Bouba, an dieser Stelle den Beiden einen ganz besonderen Platz zu widmen, in dem ich IHRE Geschichte erzähle. Ohne diese großartigen Hunde wäre ich wahrscheinlich heute nicht der Mensch, der ich bin. Ich danke euch von Herzen, dass wir eine Wegstrecke unseres Lebens gemeinsam gegangen sind. Ihr seid immer in meinem Herzen!


Sassa

Im Jahr 2010 erfüllte sich mein langer Wunsch nach einem eigenen Hund. Mir war schon immer klar, dass es ein Hund aus dem Tierschutz sein sollte. Sassa zog ein! Ihre Geschichte hat mich damals mitten ins Herz getroffen. Sie war bereits 10 Jahre alt und wurde im Verein von Retriever und Freunde e.V. als „besonderer Schützling“ geführt. Über ein Jahr wartete Sassa schon auf ihre eigene Familie. Sie war schwer vermittelbar, da sie ein großes Paket aus ihrer Vergangenheit mitbrachte. Sassa wurde ihr bisheriges Leben als Zuchthündin „missbraucht“. Sie hatte ihr ganzes Leben NUR im Zwinger verbracht, ohne Spaziergänge, ohne liebevolle Menschenhände. Gebährmaschine zu sein war ihre traurige und unermüdliche Aufgabe. Das Leben solcher Zuchthündinnen und auch deren Welpen ist einfach nur grausam. Ihre Perspektiven nahezu aussichtslos. Darauf möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Mir war nur eins klar. Sassa möchte ich aus vollem Herzen ein liebevolles, warmes und wunderbares zukünftiges Leben ermöglichen. Sassa war gesundheitlich alles andere als in Ordnung. Sie hatte Schäferhundekeratitis, eine Autoimmunerkrankung der Augen mit der Folge, dass die Netzhaut zerstört wird. Bei starker Sonneneinstrahlung musste Sassa eine Brille tragen, um die Netzhaut zu schonen. Regelmäßige Untersuchungen der Augen und eine tägliche Salbe waren unerlässlich.


Zusätzlich hatte sie bei Übernahme schon eine Schilddrüsen Überfunktion, die dauerhaft behandelt werden musste, uns aber im Allgemeinen keine weiteren Probleme bereitete.

Darüber hinaus hatte sie Gesäugetumore (wahrscheinlich als Folge ihres Lebens als Zuchthündin), die bereits operativ nach Übernahme in den Verein entfernt wurden. Weitere große Lipome und Tumore wurden im Laufe der Jahre bei ihr entfernt. Als ob das nicht schon genug wäre, hat sie sich während der Zeit bei mir noch einen Kreuzbandriss zugezogen, der sie für eine längere Zeit wieder stark beeinträchtigte. Und zu allerletzt hatte die wundervolle Sassa dann auch noch mit einem Mundhöhlentumor zu kämpfen, der sehr schnell gewachsen ist und leider inoperabel war. Dieser Tumor schränkte dann weiter ihr eh schon sehr schwaches Sehvermögen ein, da er aufgrund seiner Größe das Sichtfeld auf einer Gesichtsseite komplett behinderte. Es kam der traurige Tag, an dem wir Sassa aufgrund dieser Erkrankung dann erlösen mussten. Sassa hatte fast auf den Tag genau 4 Jahre mit uns verbracht und wurde trotz ihrer vielen Erkrankungen und der schrecklichen Vergangenheit stolze 14 Jahre alt!


Zu diesem riesen Paket an gesundheitlichen Einschränkungen kamen dann noch die ihres Wesens. Da Sassa fast 9 Jahre ihres Lebens eben NUR im Zwinger verbrachte und sich nie jemand wirklich liebevoll mir ihr beschäftigte, kannte sie gar nichts! Sie war irgendwie wie ein 10 jähriger Welpe. Alles war neu, alles musste entdeckt werden, ihr Verhalten war in vielen belangen alles andere als sozial verträglich. Zu Beginn ließ sie sich nur sehr ungern anfassen und knurrte, wann immer jemand in ihre Nähe kam. Mit viel Geduld und Liebe haben wir uns angenähert. Sassa durfte immer den nächsten Schritt machen. Gerne streicheln ließ sie sich bis zum Schluss nicht. Aber sie hat Zusehends meine Nähe gesucht und wurde immer zutraulicher. Und sie fing an ihre Spaziergänge zu genießen. Auch wenn die Begegnungen mit anderen Hunden äußerst anstrengend mit ihr waren. Aber auch das haben wir mit einem kompetenten Hundetrainer in den Griff bekommen. Sassa hat sich so positiv entwickelt, dass sie später sogar in einer Gruppe unterschiedlichster Hunde Gassi gehen konnte und sie in Restaurants oder auf Familienfeiern ein gern gesehener und ganz entspannter Hund war. Sassa hat uns fast überall hinbegleitet. Und die Urlaube mit ihr waren für Sassa Abenteuer pur - Freiheit, Weite, Leben!


 

Ganz besonders geliebt hat sie Denk- und Suchspiele. Die hat sie fast täglich eingefordert. So viel Spaß hat ihr es bereitet, Dinge zu suchen, zu erschnüffeln und sie hat sogar gelernt einige ihrer Spielzeuge auseinander zu halten. Es hat mich mit Freude erfüllt zu sehen, wie viel Sassa in ihrem hohen Alter noch lernen wollte und wie viel Energie sie trotz ihrer ganzen Erkrankungen hatte. Sassa war bis in ihr hohes Alter von 14 immer noch sehr lauffreudig und interessiert unterwegs. Im Wald konnte sie nur an der Schleppleine geführt werden, da sie einen ausgeprägten Jagdtrieb hatte. Sassa war schon ein Knaller und eine wunderbare Hündin, von der ich sehr viel lernen durfte. 


Bouba

Und dann kam Bouba. Bouba habe ich ebenfalls vom Verein Retriever und Freunde e.V. übernommen. Im Verein wurde er zu Recht „Der König der Herzen“ genannt. Bouba war ein außergewöhnlicher Charakterhund, wie ihn einmal sehr zutreffend ein Tierarzt nannte. Der süße Kerl wartete auch schon fast ein Jahr auf seine eigene Familie im Verein. Bouba hatte viele Bewerbungen, aber leider hat es bei keiner gepasst. Es scheiterte immer wieder daran, dass Bouba gar nicht allein bleiben konnte. Gerne hätte ich ihn schon früher zu mir geholt, aber das war mit der schwer kranken Sassa einfach nicht möglich. Und in Sassa’s Revier noch ein Hund – undenkbar! Nur kurz nach Sassa’s Abschied war es dann soweit. Bouba zog ein! Wir haben ihn im Alter von 8 Jahren übernommen. Und da waren wir seine 8. Besitzer! Bouba verstand zuerst die Welt nicht mehr. Warum wieder neue Menschen, wieder eine neue Umgebung, wieder alles fremd. Das häufige Wechseln hat ihm sehr zugesetzt und bei ihm heftige Trennungsangst und Verlassensängste verursacht. Er war in dieser Hinsicht traumatisiert und wie in einer Tierkommunikation zum Vorschein kam, fehlte ihm sichtlich sein Urvertrauen und er hatte sich schon nahezu aufgegeben. Es hat mir fast mein Herz zerrissen! Wieso wurde so ein toller Kerl seelisch so verletzt?



Bouba ist zu Beginn gar nicht von meiner Seite gewichen. Er hatte pure Panik, wenn ich weg wollte und hat geschrien wie ein kleines Kind. Das hat lange gedauert. Er wollte immer zu gestreichelt werden, am liebsten den ganzen Tag. Er hat meine Nähe gesucht wann immer es möglich war und wäre manchmal am liebsten in mich reingekrochen. Hier war das große Ziel erst einmal zu vermitteln, dass „Abstand“ zum Besitzer kein Drama ist. Zu Beginn eine harte Nuss, die wir da zu knacken hatten. Puh! Diese Trennungsangst war ein dauerhaftes Thema, das mein Mann und ich mit viel Liebe, Geduld und einer Menge Organisation all die Jahre gut gemeistert haben.

Ein Teil dieser Angst und auch Nervosität, die Bouba an den Tag legte, war auch Ursache seiner Schilddrüsen Unterfunktion. Als Bouba auch nach längerer Eingewöhnungszeit immer noch sehr nervös war und oft gar nicht zur Ruhe finden konnte, hatte ich den Verdacht, das mit seiner Schilddrüse was nicht stimmen könnte. Dieser Verdacht hat sich dann bestätigt. Seine Werte lagen weit unter dem Normbereich. Als wir das nach ca. einem dreiviertel Jahr dann gut eingestellt hatten, wurde Bouba auch ruhiger und vor allem entspannter. Ein positiver Schritt und Erleichterung für beide Seiten.

Was sich nach Übernahme auch als großes Fragezeichen darstellte war, dass Bouba einfach keine Treppen lief. Draußen wenn erforderlich nur sehr widerwillig und mit viel Zuspruch und drinnen verweigerte er JEDE Treppe. Ein Rätsel, das wir auch mit intensivem Training, gutem Zuspruch und allen möglichen Versuchen erst einmal nicht lösen konnten. Also bin ich mit Bouba für die ersten 1,5 Jahre zum Schlafen ins Gästezimmer im Erdgeschoss gezogen, da er ja auch nicht alleine bleiben konnte und sonst nachts keiner hätte schlafen können. Eines Tages fing es an, das Bouba auch verweigerte ins Auto zu springen, um zu seinen geliebten Spaziergängen zu fahren. Und nur wenige Tage später kam er mit den Hinterläufen nicht mehr hoch, wenn er lag. Eine eingehende Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass Bouba „Cauda Equina“ hatte, ähnlich eines Bandscheibenvorfalls beim Menschen. Eine OP am hinteren Ende der Wirbelsäule war unumgänglich. Wir haben uns sehr viele Sorgen gemacht, ob Bouba die OP gut übersteht. 3 Monate Schonzeit und Aufbau waren notwendig, bis Bouba wieder zu seinen ausgiebigen, geliebten Spaziergängen loslaufen konnte. Bouba liebte es draußen zu sein und startete ab da voll durch. Und zu unserer aller Überraschung lief er danach auch plötzlich ALLE Treppen. Da war uns klar, dass Bouba Schmerzen hatte beim Treppen laufen und deshalb verweigerte. Hätte er doch nur sprechen können!



Was mich zu Beginn auch wirklich zum Verzweifeln brachte war die Tatsache, dass Bouba überhaupt nicht stadttauglich war. Noch nicht einmal eine mini Stadt. Das habe ich bemerkt, als ich ca. zwei Wochen nach seiner Ankunft mit ihm in Nastätten ein paar Erledigungen machen wollte. Allein bleiben zu Hause konnte er ja nicht, also sollte er mit. Nach nur 10 Minuten haben wir das besagte Vorhaben abgebrochen. Bouba war panisch als er nur ein paar Autos sah. Er wollte nur noch weg! Er war fertig mit sich und der Welt. Wir also wieder mit mühe zurück ans Auto und erst mal nach Hause mit einem total erschöpften Bouba und einem verzweifelten Frauchen. Eine Strategie musste her, wie wir das in den Griff bekommen. In mini Schritten haben wir geübt und Bouba mit viel Geduld an die Situation herangeführt. Das Training wurde belohnt. Bouba war später dermaßen stadttauglich, dass er völlig cool und entspannt durch Hamburg, Frankfurt, Wiesbaden und andere Städte lief. Er war dann ein stolzer Rüde. Was aber immer mit dabei war, war eines seiner Stofftiere. Das brauchte Bouba wie einen Schnuller. Ohne eines seiner geliebten Stofftiere ging er wirklich NIE aus dem Haus. Wir haben das geliebt an ihm und mit dieser Geste hat Bouba sehr vielen Menschen, denen er begegnet ist, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Bouba, der König der Herzen!


Bouba war ab einem bestimmten Punkt nur noch entspannt, wenn er mit uns unterwegs war. Hauptsache dabei. Das war für ihn wichtig. Dann war seine Welt in Ordnung. Er schlief im Restaurant und sogar auf Veranstaltungen unterm Tisch und ließ sich durch nichts stören. Er war sogar mal bei einem Vortrag von Joey Kelly mit dabei und bei einem Varieté mit Akrobatik und Feuershow. Das hat er sich mit großen Augen ganz interessiert angeschaut und auch beim Feuerwerk an Silvester hat er interessiert und mit großen Augen in den Himmel geschaut. Wenn wir in seiner Nähe waren hat ihn nichts umgehauen. Er hatte endloses Vertrauen zu uns entwickelt und hat in unzähligen Hotels mit uns übernachtet. Er war überall ein gern gesehener Gast.

Das Bouba auch absolutes Vertrauen zu uns aufgebaut hat, zeigt die Tatsache, dass er ohne jegliche Angst und zögern mit mir mehrmals über eine Hängeseilbrücke lief. Die "Geierlay" ist Deutschlands schönste Hängeseilbrücke mitten im Hunsrück. Eine tolle Gegend zum Wandern. Die Brücke ist 360 Meter lang und hängt 100 Meter über Grund. Das wackelt schon beim drüber laufen. Bouba ließ das kalt. Hauptsache dabei! Hier ein paar Eindrücke. Gerne auch als Video, wer mag. 


Bouba hat in der Zeit bei uns viel kennen gelernt. Er war vom hohen Norden in St. Peter Ording bis tief in den Süden in Meran mit uns unterwegs. Im Hundehotel „Mair am Ort“ im Dorf Tirol hat er sogar bei Abreise eine Urkunde bekommen, in dem er für sein gutes Betragen während des Aufenthaltes dort ausgezeichnet wurde. Wer nun so seine Geschichte kennt, der kann sich vorstellen, wie stolz ich auf Bouba war. Wir haben so viel erreicht mit ihm!

Sehr stolz war ich auch, als ich mit einem gechillten Bouba den Hundeführerschein bestanden habe und Bouba meine Ausbildung zum Hundefachmann an der Kölner Hunde-Akademie hervorragend mit begleitetet. Er hat das alles prima mitgemacht. Getreu seinem Motto – Hauptsache dabei!

Eine Zeitlang war alles prima mit Bouba und wir waren glücklich und zufrieden. Eines Tages verlor er einfach so dunkelrote Bluttropfen im Urin. Ziemlich viel und immer wieder. Sein Allgemeinbefinden war gut. Wir sind gleich zum Tierarzt, haben eine Infektion der Harnwege ausschließen können, es waren auch keine Blasensteine, keine Anzeichen einer Vergiftung und auch nichts mit der Prostata. Bouba hat uns mal wieder Rätsel aufgegeben. Diese Erkrankung zog sich lange hin, und wurde als eine Hämaturie diagnostiziert.

Als wir das dann endlich und mit viel Sorge um den Hund hinter uns hatten, humpelte Bouba irgendwann mit der rechten Vorderseite. Zuerst dachten wir, er hat sich vertreten oder ähnliches. Das humpeln wurde nicht besser und wieder begann ein Ärztemarathon und viele Rätsel. Wir haben viele Ärzte aufgesucht, aber keiner fand eine wirkliche Ursache. Bis ein CT dann Aufschluss darüber gab, dass Bouba am Ellbogen ein sogenanntes FCP (eine Ablösung des innen liegenden Kronfortsatzes der Elle) hatte, das operativ entfernt werden sollte. Danach sollte Bouba wieder normal laufen können. Wir nicht lange gezögert und haben die OP durchführen lassen, mit der sehr großen Hoffnung, dass Bouba dann wieder problemlos laufen kann. 3 Monate nach der OP war es leider immer noch nicht besser. 

Damit Bouba weiter mit uns draußen unterwegs sein konnte, haben wir ihm ein "Auto" gekauft und ihn geschoben. Das fand er zwar nicht soooo toll, aber besser als gar nicht rauskommen. Bouba hat das toll gemeistert. Hier ein kleines Video vom Chameur bei seiner ersten Fahrt in seinem Auto.  


Dauernd waren wir deshalb beim Tierarzt und auch mehrmals in der Notaufnahme der Tierklinik. Immer wieder neue Untersuchungen, Medikamente, neue Hoffnung und wieder neue Enttäuschung. Das war sehr frustrierend und der gesamte Prozess zog sich wieder ein dreiviertel Jahr hin. Bouba war immer sehr tapfer und hat die vielen Arztbesuche und Untersuchungen mit Bravour gemeistert. Ich war verzweifelt, dass ihm keiner helfen konnte und auch keine Schmerzmittel ihm Linderung verschafften. Selbst Opiate haben keine Besserung gebracht. Und dann kam eines Tages die niederschmetternde Diagnose. Bouba hatte Knochenkrebs. Innerhalb von nur 8 Tagen konnte man auf dem Röntgenbild sehen, wie der Krebs seine Schulter wie zerfressen hat. Wir waren geschockt. 8 Tage zuvor war auf dem Röntgenbild davon noch gar nichts zu sehen. Aber wir hatten eine Vermutung, die sich dann leider bestätigte. 

Ich war am Boden zerstört und wie ich lernen musste, zeigt sich Knochenkrebs immer erst im Endstadium. Es gab nur einen Weg. Bouba alsbald von seinem Leid zu erlösen. Wir hatten keine Wahl. Bouba war zu diesem Zeitpunkt auch schon kaum noch in der Lage 100 Meter zu laufen. Die Rampe im Auto schaffte er schon eine Weile nicht mehr runter. Ich hob ihn jedes Mal aus dem Auto. Er war ein Pflegefall und deshalb zögerten wir nicht lange und erlösten ihn nur wenige Tage nach der erschütternden Diagnose Knochenkrebs. Bouba wurde nur 12,5 Jahre alt und hat leider nur 4,5 Jahre mit uns verbracht. Es bricht mir das Herz, dass wir ihm nicht helfen konnten und dass er nicht noch einige schöne Jahre bei uns hätte bleiben können. Bei SEINER Familie, die ihn so sehr liebte! Er war so ein toller Kerl, ein Schmusebär ohne Ende, den ich sehr vermisse. Die Kuschelzeiten mit ihm waren Quality Time für Beide. Wir haben das beide immer sehr genossen. Leb wohl, lieber Bouba.